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Rabia
Sorda
Über jemanden wie Erk Aicrag
braucht man eigentlich nicht mehr
viele Worte zu verlieren. Als Frontmann
der mexikanischen Hardfloor-Legende
Hocico hat er die dunkle Seite der
Elektronik maßgeblich mitbestimmt,
und eine Vielzahl an Nachahmern heraufbeschworen.
Mit „Save Me From My Curse“
veröffentlichte er 2006 endlich
die lang erwartete Debüt-EP seines
Solo-Projektes … und kaum ein
Debüt hat schon bei seiner ersten
Ankündigung solche Wellen geschlagen.
Rabia Sorda klingt vertraut und doch
ganz anders. Hocico-Fans können
beruhigt sein, wenn sie hören,
dass der Meister nichts von seinem
Biss und seiner rohen Energie verloren
hat.
Auf
dem Longplayer "Métodos
Del Caos", der im November 2006
erschien, setzte er diesen Weg umso
konsequenter fort. Wo der Sound bei
Hocico in klar abgesteckten Bahnen
verläuft, lässt Erk bei
Rabia Sorda seiner musikalischen Kreativität
freien Lauf. So mischt er Ethno-Einflüsse,
treibende Achtziger-Melodien und eine
gewisse punkige Rotzigkeit unter seinen
elektronischen Molotov-Cocktail, und
auch der Gesang darf die Bahnen des
reinen Gekreisches verlassen. Rabia
Sorda ist ein Hardfloor-Eighties-Electro-Punk-Bastard,
mit dem Erk Aicrag seinen Nachahmern
zeigt, wo der Hammer hängt …
und sich selbst mit Lichtgeschwindigkeit
in eine neue musikalische Ära
katapultiert. Musik, die spannend
und vielschichtig ist, und gleichzeitig
voll auf die Zwölf gibt. Mit
einem Drummer und einem Keyboarder
zum Trio verstärkt, entfaltet
Erk mit Rabia Sorda auch live eine
unbändige Energie, die in der
Electro-Szene Ihresgleichen sucht,
was es seitdem auch auf diversen,
großen Festivals und Headliner-Touren
unter Beweis gestellt hat. Mögen
seine Epigonen sich doch ewig an den
gleichen Sounds festkrallen …
Rabia Sorda hat die Segel in Richtung
Zukunft gehisst, und schwimmt damit
allem Stumpfsinn davon.
Es
heißt ja immer, das zweite Album
sei das Schwierigste … auf „Noise
Diary“, dem neuen Album des
Soloprojektes von Hocico-Front-Shouter
Erk Aicrag ist von diesem Klischee
rein gar nichts zu merken. Vielmehr
hat das mexikanische Energiebündel
mit dem Rabia-Sorda-Zweitling ein
Album aus dem Ärmel geschüttelt,
welches das Debüt in allen Belangen
locker toppt. Noch abwechslungsreicher,
eingängiger, aber streckenweise
auch weitaus aggressiver und druckvoller
klingt sein Harsh-Electroclash-Cyberpunk-Hybride
Anno 2009. Da bereichert der bekennende
Melodie-Junkie seinen Sound in Tracks
wie der limitierten vorab-Single „Radio
Paranoia“, die im Juni 2009
erschienen ist,einerseits mit rau-eingängigen
Elementen, um gleich danach mit den
härtesten Brettern aus den Boxen
zu schallen, die er jemals unter seinem
Solo-Banner aufgenommen hat. Auch
stimmlich entpuppt sich Erk als Tausendsassa
und nimmt den Hörer mit den aggressivsten
Verzerrer-Shouts jenseits von Hocico,
rotziger Punk-Attitüde und rau-herzlichen
Gesangsmelodien unter sein flächendeckendes
vokales Flak-Feuer. Mit einer druckvollen
Produktion von Mischpult-Legende John
Fryer, satten Beats und treibenden
Bässen ist auch für den
nötigen Club-Kick gesorgt, aber
daran hätte bei einem Produkt
aus der Feder von Erk Aicrag wohl
eh’ niemand gezweifelt. Rabia
Sorda zementieren mit „Noise
Diary“ ihren Anspruch auf den
Thron des interessantesten Hard-Electro-Acts
der letzten Jahre mit einer Funken
sprühenden Mischung aus Melodie
und Härte.
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