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Sympathy
for the devil
Früher war alles besser. EBM-Helden
wie Leæther Strip, Front 242
oder Skinny Puppy haben mit ihren
Stücken die Clublandschaft beherrscht
und das Bier hat noch 2,00 DM gekostet.
Zumindest was die Gerstensaftpreise
betrifft wird diese Zeit nie wieder
kommen. Musikalisch sieht das ganz
anders aus. Ein paar völlig durchgeknallte
Mexikaner machten sich 2003 mit ihrem
Debütalbum „Melodies For
The Devil“ daran, schläfrige
Szene-Kaschemen wieder zu Adrenalin-Tempeln
zu verwandeln. Edgar und Polo ziehen
unter dem schönen Etikett Amduscia
alle Register im düsteren Feld
zwischen Electronic Body Music und
Trance: Hohe BPM-Zahlen, tiefe wummernde
Bässe und Shout-Gesang –
so sieht das ultimative Rezept für
die schwarzen Tanztempel aus.
Knapp
zwei Jahre darauf ging das dynamische
Trio mit der EP-CD „Dead or
Alive“ wieder in die Vollen
und feuerte ein Beat-Feuerwerk ab,
das auch heute noch durch Mark und
Bein geht. Im Gegensatz zu ihren Labelkollegen
und Landsleuten von Hocico verließen
sie sich jetzt jedoch nicht mehr ausschließlich
auf Härte und Brachialität
in Reinkultur, sondern setzten auf
straighte, technoidere Beats, melodiöse
Fundamente und mehr Einflüsse
aus Trance. Gerade diese Verquickung
von extremen Gegensätzen macht
den unwiderstehlichen Reiz von Amduscia
aus. Was als fetzige Aufforderung
zum Tanzen beginnt, mutiert zu einem
musikalischen Horrorfilm.
Auch
der Nachfolger "From Abuse to
Apostasy" gleicht einem Inferno
aus Beats, Hardfloor-Sequencern, Trance-Elementen
und dem für die Gruppe charakteristischen
Schreigesang. Das geschickte Spiel
mit den Gegensätzen treiben sie
hier zur absoluten Perfektion. Während
die ultra-aggressiven Shouts und die
kompromisslosen Beat-Salven den Hörer
durchschütteln, gehen eingängige
Trance-Riffs sofort ins Ohr, und sorgen
bei aller Härte für einen
hohen Wiedererkennungswert. Mit anderen
Worten: Zuerst wirst Du assimiliert,
dann wirst Du vernichtet … und
danach flehst Du nach einem Nachschlag!
"From Abuse to Apostasy"
erschien als reguläre Compact
Disc, sowie als streng limitiertes
Set in einer prächtig aufgemachten
A5-Longbox mit aufwändigem Artwork,
Postkarte, Sticker uvm. Die limitierte
Box enthält darüber hinaus
eine weitere CD, die „Mùsica
de Ambientaciòn Demencial"
betitelt ist, mit neuen und unveröffentlichten
Stücken, die Amduscia von einer
etwas anderen Seite zeigen, und den
tanzbaren Geist der Achtziger mit
knallharten Industrial-Beats und Trance-Elementen
zu einem Disco-Trip für Psychopathen
vermischen.
Auf
ihrem neuen Longplayer "Madness
In Abyss" haben die drei verrückten
Electo-Cyborgs noch einmal deutlich
an der Härteschraube gedreht.
Der Gesamtsound ist krachiger, mit
deutlichen Industrial-Anleihen, ohne
auf die typischen, eingängigen
Trance-Einflüsse zu verzichten.
Das Album ist düsterer, aggressiver
und trotzdem typisch Amduscia - eine
kompromisslose elektronische Kampfansage
und Hardfloor-Club-Vergnügen
pur. Als Bonus CD hat die Band dazu
noch einen verstörend-kaputten
Dark Ambient-Soundtrack eingespielt.
Auf der Out Of Line Festival Tour
2008 stellten sie das Album dann ausgiebig
live vor und wurden vom Publikum für
ihre exzessive Bühnenshow gefeiert.
In
einer von Krisen, Gewalt und Wahnsinn
geprägten Welt trifft der durchgeknallte
Inferno-Sound der Mexikaner genau
den Nerv der Zeit. Apocalypse-Disco-a-go-go!
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